Tag der Demokratie in Ochtendung | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Tag der Demokratie in Ochtendung

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

liebe Kinder und Jugendliche,

sehr geehrte Damen und Herren,

lieber Landtagsabgeordneter Torsten Welling, lieber Torsten,

lieber VG-Bürgermeister Maximilian Mumm, lieber Max,

ich freue mich euch heute hier bei dieser für uns alle wichtigen Versammlung begrüßen zu dürfen.

- Tag der Demokratie -

was heißt das eigentlich, wozu tun wir das, was heißt

Demokratie eigentlich.

„Demokratie“ – dieses Wort stammt aus dem Griechischen: demos bedeutet „Volk“, kratein heißt „herrschen“.

Demokratie heißt also: Das Volk herrscht. Die Macht geht vom Volke aus.

Nicht von Einzelnen.

Nicht von den Lautesten.

Nicht von Radikalen.

Sondern von uns allen.

Heute sind wir aus vier Richtungen unserer Gemeinde hierhergekommen. Ein Sternmarsch – aus allen Teilen Ochtendungs. Das ist mehr als ein symbolischer Weg. Es zeigt: Wir kommen aus unterschiedlichen Straßen, Familien, Lebenssituationen – aber wir treffen uns in der Mitte. In unserer gemeinsamen Mitte. In unserer demokratischen Haltung.

Zum dritten Mal begehen wir hier in Ochtendung den Tag der Demokratie. Und wir tun das aus Überzeugung.

Unsere Ortsgemeinde steht klar gegen Extremismus – gleich welcher Art.

Wir stehen gegen Antisemitismus.

Wir stehen gegen Fremdenfeindlichkeit.

Wir stehen für Rechtsstaatlichkeit.

Für Respekt.

Für Würde.

Für die Werte unseres Grundgesetzes.

Demokratie ist kein Selbstläufer. Sie lebt davon, dass Menschen Haltung zeigen. Dass sie nicht wegsehen. Dass sie widersprechen, wenn Grenzen überschritten werden.

Gerade im Alltag beginnt das.

Demokratie beginnt im Elternhaus – wenn wir unseren Kindern zuhören und ihnen erklären, warum Regeln wichtig sind.

Sie beginnt im Kindergarten – wenn Kinder lernen, dass jeder mitspielen darf.

Sie beginnt in der Schule – wenn Meinungen ausgetauscht werden, ohne andere herabzusetzen.

Und sie setzt sich fort im Vereinsleben, in der Nachbarschaft, im Gemeinderat, bei öffentlichen Veranstaltungen.

Ganz konkret können wir hier in Ochtendung Demokratie leben:

• indem wir im Gemeinderat sachlich streiten und respektvoll entscheiden,

• indem Vereine Menschen unabhängig von Herkunft oder Religion aufnehmen,

• indem wir Zivilcourage zeigen, wenn jemand ausgegrenzt wird,

• indem wir Veranstaltungen wie diese unterstützen,

• indem wir im Alltag klar sagen: Bei uns ist kein Platz für Hass.

Demokratie verlangt Mut.

Mut, die eigene Meinung zu sagen.

Mut, auch einmal allein aufzustehen.

Mut, Unrecht nicht schweigend hinzunehmen.

Wenn dies aus dem Bewusstsein und Vertrauen heraus geschieht, zu wissen, zu sehen und dass man feststellt, dass Menschen in einem konkreten Fall „mit aufstehen“, und durch ihre Haltung, ihr Einmischen dies deutlich machen. Man ist dann nicht alleine. Gemeinschaft macht stark.

Damit werden wir erleben: Wenn wir gemeinsam aufstehen, wenn wir gemeinsam Haltung zeigen, dann sind wir stark. Dann hat Extremismus keinen Raum. Dann wird deutlich, dass die große Mehrheit unserer Bürgerinnen und Bürger fest auf dem Boden unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung steht.

In wenigen Wochen steht eine wichtige Landtagswahl bevor. Wahlen sind das Herzstück unserer Demokratie. Sie sind der Moment, in dem „demos kratein“ ganz konkret wird – wenn die Macht vom Volk ausgeht.

Ich appelliere daher an alle Wahlberechtigten:

Gehen Sie wählen. Nutzen Sie dieses Recht. Es ist keine Selbstverständlichkeit – viele Menschen auf der Welt beneiden uns darum.

Treffen Sie Ihre Entscheidung verantwortungsvoll. Unterstützen Sie die Kräfte, die auf dem Boden unseres Rechtsstaates stehen, die unsere demokratischen Institutionen achten und unsere freiheitlichen Werte verteidigen.

Demokratie lebt nicht von Gleichgültigkeit.

Sie lebt von Beteiligung.

Gerade wir Erwachsenen haben eine besondere Verantwortung. Unsere Kinder und Jugendlichen schauen auf uns. Sie orientieren sich daran, wie wir reden, wie wir handeln, wie wir mit Andersdenkenden umgehen.

Wenn wir Respekt vorleben, lernen sie Respekt.

Wenn wir Verantwortung übernehmen, lernen sie Verantwortung.

Wenn wir Mut zeigen, lernen sie Mut.

Ochtendung ist bunt.

Ochtendung ist vielfältig.

Ochtendung ist stark, weil hier Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen friedlich zusammenleben.

Darauf können wir stolz sein. Aber darauf dürfen wir uns nicht ausruhen.

Demokratie ist kein Zustand.

Sie ist eine tägliche Aufgabe.

Lassen Sie uns diesen Weg weitergehen – gemeinsam.

Lassen Sie uns Haltung zeigen – klar und ohne Angst.

Lassen Sie uns Vorbild sein – für unsere Kinder, für unsere Gemeinde, für unsere Zukunft.

Herzlichen Dank.

Hans-Georg Hammes

Bürgermeister