Liebe Ochtendungerinnen, liebe Ochtendunger, liebe Kinder,
auch im Jahr 2026 soll es in Ochtendung wieder einen Martinszug mit einem traditionellen Martinsfeuer geben. Die Ortsgemeinde befindet sich derzeit in den notwendigen Vorbereitungen.
St. Martin ist der Kirchenpatron unseres Dorfes. Der Martinszug und das anschließende Martinsfeuer gehören seit Jahrzehnten zu Ochtendung und sind ein willkommener Auftakt unserer Martins-Kirmes. Diese Tradition möchten wir erhalten und wieder stärker in den Mittelpunkt stellen.
Die in den vergangenen Jahren durchgeführten Vater-Kind-Aktionen mit ihren beeindruckenden und mit viel Engagement errichteten Bauwerken waren zweifellos spektakuläre Aktionen und haben weit über Ochtendung hinaus Aufmerksamkeit gefunden. Auch ich habe diese Veranstaltungen als besondere Ereignisse für unseren Ort wahrgenommen und weiß das Engagement aller Beteiligten sehr zu schätzen.
Das Abbrennen dieser toll und arbeitsreich errichteten Holzbauwerke hat meines Erachtens jedoch mit der eigentlichen St.-Martins-Tradition kaum noch etwas zu tun. Diese besteht für mich vor allem aus dem Martinszug mit Laternen und Fackeln, St. Martin auf seinem Pferd, dem gemeinsamen Singen der Martinslieder, dem Verweilen am Feuer und natürlich den Martinswecken für unsere Kinder.
Bei aller Begeisterung müssen wir auch Verantwortung übernehmen. Bei einer Veranstaltung mit zuletzt rund 2.000 Besucherinnen und Besuchern sind Sicherheits- und Organisationsfragen keine Nebensache. Wir dürfen nicht sehenden Auges Risiken eingehen oder die Verantwortung auf die Schultern einzelner Beteiligter abladen. Deshalb haben wir bereits nach dem vergangenen Jahr im internen Verantwortungsbereich der Gemeinde deutlich gemacht, dass eine Fortführung eines solchen Großfeuers nur unter sehr klaren und strengsten Rahmenbedingungen denkbar wäre.
Ich möchte mich ausdrücklich bei den Organisatoren und allen Vätern und Kindern bedanken, die mit ihren Ideen, ihrer Arbeit und ihrem Einsatz in den vergangenen Jahren Außergewöhnliches geschaffen haben. Gleichzeitig bitte ich diejenigen um Verständnis, die diese Aktion in diesem Jahr vermissen werden.
Ochtendung kann solche Veranstaltungen – das haben wir oft genug bewiesen. Aber wir haben es auch nicht nötig, uns jedes Jahr mit einem noch größeren Bauwerk oder Spektakel selbst übertreffen zu müssen. Die eigentliche Martins-Tradition ist stark genug und verdient es, wieder mehr im Mittelpunkt zu stehen.
Ich kann verstehen, dass es derzeit Fragen und Bedenken gibt. Zu verschiedenen Behauptungen und Diskussionen, die in den sozialen Medien geführt werden, werde ich mich allerdings erst äußern, wenn belastbare Informationen vorliegen beziehungsweise die organisatorischen Fragen abschließend geklärt sind. Schnell etwas zu vermuten oder zu behaupten, ist einfach – Verantwortung zu tragen und tragfähige Lösungen zu finden, ist etwas anderes.
Ich danke ausdrücklich den vielen Ochtendungerinnen und Ochtendungern, die der Ortsgemeindeverwaltung ihr Vertrauen entgegenbringen und zunächst einmal abwarten, bevor sie urteilen. Ich bin überzeugt, dass dies die große Mehrheit ist. Sie wissen, dass wir nicht die Hände in den Schoß legen, sondern an Lösungen arbeiten.
Über den Veranstaltungsort und die organisatorischen Details werden wir frühzeitig in den Gremien, der Orts-App, im Mitteilungsblatt und über unsere weiteren offiziellen Informationskanäle informieren.
Ihr / Euer Ortsbürgermeister
Hans-Georg Hammes